Biodiversitätsdächer

Auf Dächern können ganze Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstehen, sozusagen als Ersatz für den überbauten und versiegelten Boden durch das Gebäude. Auch wenn der unverbaute und naturnahe Boden ungleich mehr Lebensraum bietet, kann ein Dach ein ökologisch wertvoller Ersatzlebensraum werden.

  • Modellierung des Substrates: Umso höher das Substrat, desto eher kann sich ein Bodenleben einfinden, aber auch Pflanzen finden mehr Nährstoffe und verfügbares Wasser. Durch Modellierungen und Substraterhöhungen (bis mindestens 30 cm) an statisch geeigneten Stellen, entstehen so natürliche Nischen auf dem Dach.
  • Wildpflanzen-Saatgut: Je nach Begrünungsart (extensiv oder intensiv), sollte die passende Zielvegetation angestrebt werden. Auf extensiven Dächern entwickeln sich eher Trockenrasen, hier sollte bei der Auswahl des Saatguts auf standortgerechtes und zertifiziertes artenreichem Wildblumensaatgut geachtet werden. Die meisten Anbieter von regionalen Wildblumen – Saatgut bietet spezielles Saatgut für Dächer an. Auf Intensivdächern können von Naturschutzwiesen (Mähgutübertragung) bis hin zu Saum- und Strauchgesellschaften mit heimischen Arten entstehen. Regionale Wildpflanzen bieten Insekten und Vögeln eine gute Futterquelle.
  • Biotop- und Totholz: Äste und Baumstämme von abgestorbenen bzw. auf dem Grundstück gerodeten Bäumen können ein wertvoller Lebensraum für viele Insekten sein. Gleichzeitig bieten sie Schatten auf dem sonst sehr sonnenexponiertem Dach. Vögel nutzen diese Plätze gerne als Sing- oder Aussichtswarte.
  • Sandige, kiesige oder Wasser-Bereiche: Viele Tiere brauchen einen vegetationsfreien Boden, nisten in Sandlinsen oder zwischen Steinen. Solche kleinen Sonneninseln zwischen einer artenreichen Vegetation bringt ergänzt das Angebot für Tiere. Kleine Wassermulden (Folien oder Tränke) fangen zudem Regenwasser auf und bieten eine temporäre Tränke.

Literatur und Links

  • Brenneisen, S. (2003): Naturschutz auf dem Dach, In: Garten- Garten und Landschaftsbau g’plus. Download
  • Löning, K. (2015): Beispielprojekte Dachbegrünung für eine ökologische Siedlungsentwicklung, Exkursionsbericht zu begrünten Dächern in der Schweiz. Download
  • Willi, E. Brenneisen S. (?): Pflanzen für die extensive Dachbegrünungen, Forschungsgruppe Stadtökologie Geografisches Institut der Universität Basel. Download
  • Zollinger, C. (2013): Haben Orchideen-Dächer eine Zukunft? Download
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