Welche Dächer sind begrünbar?

In Vorarlberg gibt es über 11 Quadratkilometer Dachfläche mit einer Neigung unter 15°, das sind umgerechnet 1667 Fußballfelder (Landesamt für Vermessung und Geoinformation, 2017). Ein Großteil dieser Flächen wäre vermutlich begrünbar. Normgerecht begrünt werden können Dächer mit Neigungen von 2 % (1,15°) bis 58 % (30° = Steildach), wobei ab 26 % (~ 15°) Neigung ist die gesamte Bauwerksbegrünung gegen Abrutschen zu sichern.

Man unterscheidet verschiedene Begrünungsarten auf den Dächern

  • Intensivbegrünung: Auf diesen Dächern kann alles passieren, sie sind stark belastbar, es können Bäume oder ganze Naturgärten entstehen. Viele Tiergaragen haben ein sogenannten Intensivdach und haben Parks, Spiel- oder aber Parkplätze auf ihrem Dach. Die Ansprüche an Statik, Aufbau, Planung und auch Pflege sind recht hoch, gleichzeitig gewinnt man einen weiteren Raum auf dem Gebäude. Die ÖNORM unterscheidet hier noch in die Reduzierten Intensivbegrünungen, ein weniger intensiv begrüntes Dach, mit einem geringeren Vegetationstragschicht und Belastbarkeit.
  • Extensivbegrünung: Zu den Extensivbegrünungen zählen die bekannten Sedum und Moos-Dächer (in der ÖNORM Reduzierte Extensivbegrünung). Sie bieten nur wenigen Pflanzen einen Lebensraum und haben auch nur eine reduzierte Wasserrückhaltekraft. Mit einer etwas höheren Vegetationstrageschicht (12-15 cm) kann man aber auch auf einem Extensiv-Dach einen vielfältigen und funktionsreichen Lebensraum schaffen. Magere Wiesen und Rasen können hier blühen, sich entwickeln und erhalten sich weitestgehend selbst. Die Ansprüche an Statik, Aufbau, Planung und Pflege sind deutlich geringer. So ziemlich jedes Kiesdach könnte auch Extensivbegrünung erhalten.
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