Wildbienen-Monitoring in der Gemeinde Rankweil

Durchgeführt von Timo Kopf


Im Rahmen des Vorläuferprojektes „… in Zukunft bunt und artenreich“ wurden von der Gemeinde Rankweil im Jahr 2014 ausgewählte Flächen durch die Ansaat von Wildblumenmischungen insektenfreundlich umgestaltet. Auf diesen Flächen wurde von Wildbienenexperte Timo Kopf eine Erhebung zur Arthropodenfauna durchgeführt.

Bereits bestehende und neu entstandene öffentliche Flächen, insbesondere am Rande von Straßen, wurden in blumenreiche Magerstandorte umgewandelt. Diese Standorte wurden mit mineralischen Böden versehen und mit speziellen Blumenmischungen angesät. Der Verzicht auf Humusierung und Düngung sollen den gewünschten Charakter von Magerstandorten sichern. Diverse Pionierstandorte sind wichtige Sekundärlebensräume speziell für entsprechende Pionierarten, die ihre Herkunft an den weitgehend verschwundenen Uferstandorten dealpiner Flüsse besitzen. Dies betrifft sowohl die epigäische Fauna der Bodenoberfläche wie auch die vielfältige Fauna der Blütenbesucher, die hier neben den Futterressourcen auch potenzielle Niststandorte vorfinden.

Die Bodenoberfläche wurde mittels Bodenfallen beprobt und Laufkäfer, Spinnen und Ameisen für eine weitere Bearbeitung aufbewahrt. Die Vegetationsfauna (Käfer, Wanzen, Spinnen, Heuschrecken) wurde durch Streiffang gesammelt und ebenso aufbewahrt. Die Blütenschicht wurde ebenfalls abgekeschert und zudem durch gezielten Netzfang beprobt (Wanzen, Schwebfliegen, Stechimmen). Zur Auswertung kamen vorerst nur die Bienen.

Die Erhebung sollte Daten liefern, inwiefern diese künstlichen, kleinflächigen und meist isolierten Habitate von der Insektenwelt als Lebensraum bzw. Nahrungsraum erschlossen werden können und zugleich eine Grundlage für ein künftiges Monitoring darstellen. Die Untersuchung wurde über den Projektzeitraum von „natürlich bunt & artenreich“ fortgesetzt und brachte beeindruckende Ergebnisse.

Ergebnisse des Wildbienen-Monitorings


Insgesamt wurden 1762 Individuen bestimmt und 94 Bienenarten zugeordnet. Da 31 Arten nur in Einzelindividuen vorliegen, wird erwartet, dass noch deutlich mehr Arten im Gebiet vorhanden sind. Der festgestellte Artenumfang kann im Vergleich mit bisherigen Untersuchungen in Vorarlberg als durchaus groß bezeichnet werden. Ähnlichkeiten bestehen v.a. mit den Artenspektren vom Jagdberg und mit den Rheindämmen. Die Ergebnisse des Monitorings zeigen deutlich, dass sich die Vielfalt der vorkommenden Wildbienenarten um ein vielfaches gesteigert hat.


Fotos und Abbildungen © Timo Kopf

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